Wärme

Altbauten besitzen oft einen einzigartigen Charme, hohe Decken und eine solide Bausubstanz, doch sie stellen ihre Bewohner nicht selten vor Herausforderungen in puncto Wohnkomfort und Energieeffizienz. 

Undichtigkeiten, Kältebrücken und veraltete Heizsysteme führen zu hohen Heizkosten und einem ungleichmäßigen Raumklima. 

Die Steigerung der Behaglichkeit und Wärme in einem alten Wohngebäude erfordert daher eine durchdachte Sanierungsstrategie, die sowohl die Bausubstanz als auch die Anlagentechnik berücksichtigt. 

Durch gezielte Maßnahmen können Sie den historischen Charakter bewahren und gleichzeitig moderne Wohnstandards erreichen. 

Ein erfolgreiches Sanierungsprojekt verbessert nicht nur die Lebensqualität, sondern sichert auch den langfristigen Werterhalt der Immobilie. Die folgenden sechs Schritte zeigen, wie Sie Wärme und Komfort in Ihren Altbau bringen.

1. Ganzheitliche Sanierung mit effektiver wärmedämmung

Die größte Schwachstelle alter Gebäude ist oft die fehlende oder mangelhafte wärmedämmung. Etwa 70 Prozent der Energieverluste entstehen durch ungedämmte Fassaden, Dächer und Keller. Eine umfassende wärmedämmung der Gebäudehülle ist daher die effektivste Einzelmaßnahme. 

Dies kann durch ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) an der Außenfassade, eine Dämmung der obersten Geschossdecke oder des Dachstuhls sowie eine Perimeterdämmung des Kellers erfolgen. 

Durch die Reduzierung der Wärmeverluste wird nicht nur die Heizlast gesenkt, sondern auch das Risiko von Schimmelbildung an kalten Wandoberflächen minimiert, was den Wohnkomfort direkt verbessert.

2. Austausch alter Fenster und Türen

Veraltete Fenster und Türen mit Einfach- oder altem Doppelglas sind massive Wärmebrücken und eine Quelle von Zugluft. Der Austausch dieser Elemente gegen hochwertige, mehrfach verglaste Fenster mit isolierten Rahmen ist eine unverzichtbare Maßnahme. 

Achten Sie dabei auf einen niedrigen U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient), der die Dämmeigenschaften angibt. Moderne Dichtungen verhindern Zugluft, während das Isolierglas die Wärme im Raum hält. 

Dies führt zu einer gleichmäßigeren Temperaturverteilung und erhöht die Behaglichkeit, ohne den historischen Stil des Altbaus zu verfälschen.

3. Effiziente Heizungsmodernisierung und -optimierung

Das alte Heizsystem, sei es ein veralteter Ölkessel oder eine ineffiziente Gastherme, sollte durch ein modernes, energiesparendes System ersetzt werden. Optionen reichen von modernen Brennwertkesseln über Wärmepumpen bis hin zu Hybridlösungen. 

Unabhängig vom Energieträger ist die Optimierung des Systems entscheidend: Dazu gehören der hydraulische Abgleich, der eine gleichmäßige Wärmeverteilung sicherstellt, und der Einsatz programmierbarer Thermostate zur intelligenten Steuerung der Raumtemperatur.

4. Einsatz von premium diesel ohne bioanteil in Ölheizungen

Für Altbauten, die noch über eine Ölheizung verfügen, kann die Wahl des Brennstoffs die Effizienz und den Komfort beeinflussen. Spezielle premium diesel ohne bioanteil, der oft als Heizöl eingesetzt wird, neigt weniger zur Alterung und hält die Anlage sauberer. 

Eine saubere Verbrennung trägt dazu bei, dass die Anlage effizienter arbeitet und die Lebensdauer des Kessels verlängert wird. Diese Optimierung des Brennstoffs ist eine ergänzende Maßnahme zur reinen Systemerneuerung.

5. Kontrollierte Wohnraumlüftung zur Feuchtigkeitsregulierung

In gut gedämmten Altbauten kann die Luftdichtheit zu einem Problem mit der Feuchtigkeit führen, was Schimmel begünstigt. Eine kontrollierte Wohnraumlüftung (KWL), idealerweise mit Wärmerückgewinnung, gewährleistet einen kontinuierlichen Luftaustausch. 

Sie führt verbrauchte, feuchte Luft ab und frische Luft zu, ohne dass dabei die wertvolle Heizwärme verloren geht. Die KWL verbessert die Luftqualität, schützt die Bausubstanz vor Feuchteschäden und sorgt für ein gesundes und behagliches Raumklima.

6. Innenausbau zur Vermeidung von Kältebrücken

Selbst nach der Dämmung können Rest-Kältebrücken an bestimmten Stellen, wie Fensterlaibungen oder Balkonanschlüssen, bestehen bleiben. 

Im Rahmen des Innenausbaus sollten diese kritischen Bereiche besonders behandelt werden, beispielsweise durch spezielle Dämmplatten oder die thermische Trennung von Bauteilen. 

Die Verwendung von Feuchteschutz und die richtige Platzierung von Dampfbremsen schützen die Konstruktion vor Kondensationsschäden und tragen dazu bei, dass die Wärme dort bleibt, wo sie hingehört – im Wohnraum.