Der Besuch beim Zahnarzt kann schnell kostspielig werden, da die gesetzlichen Krankenkassen oft nur eine Basisversorgung übernehmen. Hochwertiger Zahnersatz, professionelle Zahnreinigungen oder kieferorthopädische Behandlungen führen häufig zu hohen Eigenanteilen.
Um sich vor diesen finanziellen Belastungen zu schützen, entscheiden sich immer mehr Menschen für eine private Zahnzusatzversicherung. Doch das Angebot auf dem Markt ist riesig und die Tarife unterscheiden sich stark in Leistung und Preis.
Wer die richtige Wahl treffen möchte, sollte verschiedene Kriterien genau prüfen, um einen Schutz zu erhalten, der optimal zum persönlichen Bedarf passt.
Erstattungssätze für Zahnersatz prüfen
Einer der wichtigsten Aspekte bei der Suche nach einer Police ist die Höhe der Erstattung für Zahnersatz wie Brücken, Kronen oder Implantate. Viele Tarife werben mit hohen Prozentzahlen, doch es ist entscheidend, worauf sich diese beziehen.
Eine gute private Zahnzusatzversicherung sollte mindestens 80 bis 90 Prozent der Gesamtkosten abdecken, inklusive der Vorleistung der gesetzlichen Kasse.
Achten Sie darauf, ob hochwertige Materialien wie Keramik oder modernste Verfahren wie Inlays im Leistungskatalog enthalten sind, da diese oft den größten Kostenfaktor darstellen.
Leistungen für Prophylaxe und Zahnreinigung
Ein moderner Tarif sollte nicht erst greifen, wenn bereits ein Schaden entstanden ist. Die regelmäßige professionelle Zahnreinigung ist essenziell für die langfristige Zahngesundheit.
Viele Versicherer übernehmen die Kosten hierfür ein- oder zweimal im Jahr komplett oder bis zu einem festgelegten Maximalbetrag.
Da diese Präventionsmaßnahmen die Wahrscheinlichkeit für spätere teure Eingriffe senken, ist eine private Zahnzusatzversicherung, die Vorsorge großzügig unterstützt, auf lange Sicht sehr wertvoll.
Wartezeiten und Leistungsstaffeln beachten
Viele Verträge sehen zu Beginn eine Wartezeit vor, in der noch keine Leistungen beansprucht werden können. Üblich sind hier Zeiträume von drei bis acht Monaten. Zudem arbeiten fast alle Anbieter mit einer sogenannten Leistungsstaffel in den ersten Jahren.
Das bedeutet, dass die Erstattungsbeträge in den ersten drei bis fünf Jahren auf bestimmte Summen begrenzt sind. Wenn Sie bereits wissen, dass zeitnah größere Behandlungen anstehen, sollten Sie gezielt nach Tarifen ohne Wartezeit suchen, wobei hier oft höhere Beiträge fällig werden.
Der Umgang mit fehlenden Zähnen
Bei der Antragstellung wird in der Regel nach dem aktuellen Zustand des Gebisses gefragt. Fehlende Zähne, die noch nicht ersetzt wurden, können zu Problemen führen.
Manche Anbieter schließen diese Lücken vom Versicherungsschutz aus, während andere gegen einen Beitragszuschlag den Einschluss ermöglichen.
Eine private Zahnzusatzversicherung sollte transparent mit Vorerkrankungen umgehen, damit es im Leistungsfall nicht zu bösen Überraschungen kommt. Beachten Sie, dass bereits angeratene oder begonnene Behandlungen meistens nicht mitversichert werden können.
Kieferorthopädie für Erwachsene und Kinder
Während Zahnspangen bei Kindern häufiger vorkommen, benötigen auch immer mehr Erwachsene kieferorthopädische Korrekturen aus medizinischen oder ästhetischen Gründen. Die gesetzliche Krankenkasse leistet hier bei Erwachsenen nur in extremen Ausnahmefällen.
Wer Wert auf eine Korrektur von Fehlstellungen legt, sollte darauf achten, dass der Tarif entsprechende Leistungen vorsieht. Dies gilt insbesondere für innovative Methoden wie unsichtbare Zahnschienen, die oft privat gezahlt werden müssen.
Altersrückstellungen versus Schadentarife
Zuletzt spielt die Kalkulation der Beiträge eine Rolle für die langfristige Planung. Es gibt Tarife mit Altersrückstellungen, bei denen der Beitrag über die Laufzeit stabil bleibt, da man in jungen Jahren bereits für das Alter vorsorgt.
Im Gegensatz dazu stehen Tarife ohne Rückstellungen, die meist günstiger starten, aber mit zunehmendem Alter planmäßig teurer werden. Je nach Lebensplanung und Budget kann die eine oder die andere Variante sinnvoller sein, um die Absicherung dauerhaft finanzierbar zu halten.
